Unser Hausbau mit IBG ist beendet, im August 2006 sind wir eingezogen. Jetzt ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen:

Natürlich haben wir keine Vergleichswerte, wie gut oder schlecht es uns mit anderen Baufirmen ergangen wäre. Darum möchten wir vorausschicken: Wenn wir so sehen, was einige Baufirmen in unserem Baugebiet für Sachen abzuliefern wagen, haben wir es mit IBG doch gut getroffen.

Wie viele Bauherren die mit IBG bauen bemängeln, ist die Phase bis es endlich los geht meist ziemlich zäh und langwierig. Bis die Gewerke vergeben sind und es tatsächlich heißt "Wir fangen an" - da kann man als Bauherr nur die eigene Geduld austesten. Die Vertragsunterzeichnung und Beratung zu Beginn war echt super, nur leider hat man dabei nicht erwähnt, dass wir eine Bauzeitvereinbarung abschließen könnten, was wir dementsprechend nicht getan haben. Allerdings wurde uns gesagt, erfahrungsgemäß sei nach 6 Monaten Bauzeit unser Haus fertig. Darauf haben wir dann auch vertraut (gutgläubig, muss ich glaube ich hinterher sagen).

Das Planungsgespräch in Büdelsdorf war informativ und die zuständige IBG-Mitarbeiterin sehr bemüht, kleine Fragen und Probleme zu beseitigen. Bis wir dann die Zeichnungen hatten und alles so war wie gewollt, hat es ein paar Wochen gedauert. Ich kann nicht beurteilen, was da angemessen ist, aber uns kam es natürlich wie eine kleine Ewigkeit vor, da wir endlich ANFANGEN WOLLTEN! Allerdings die schlimmste Wartezeit war die bis wir endlich die Unterlagen für die Bauanzeige hatten. Wir wollten ja unbedingt noch die Eigenheimzulage bekommen und mussten somit bis Ende Dezember 2005 alles eingereicht haben beim Bauamt. Durch mangelnde Informationen innerhalb der IBG, Krankheit/Urlaub hätte man uns fast die Eigenheimzulage vermiest - um "5 vor 12" kamen dann doch endlich noch die Unterlagen und die Eigenheimzulage war gesichert. Auf diesen Nervenkrimi hätten wir allerdings gern verzichtet.

Nach ewig langer Schlechtwetterphase ging es dann im März 2006 endlich los mit dem Bau. Die durch IBG beauftragten Unternehmen und deren Subunternehmer arbeiteten größtenteils einwandfrei (soweit wir das bisher beurteilen können, eventuelle Langzeitprobleme kann man jetzt natürlich noch nicht absehen), mit wem wir nicht so zufrieden waren, kann man in der Firmenbewertung lesen. Das ist auch ein wichtiger Aspekt, warum man die Frage "Könnt Ihr IBG empfehlen?" sehr schlecht beantworten kann. Es hängt zu sehr davon ab, ob die Firmen, die von IBG beauftragt werden mit den einzelnen Gewerken ordentlich arbeiten oder ob die Mist abliefern. Wenn ein spezifischer Mitarbeiter schlampig arbeitet, fällt das natürlich im Endeffekt irgendwie auf IBG zurück, auch wenn die dafür nichts können. Also ob "IBG gut baut" hängt definitiv davon ab, ob man Pech hat oder Glück mit dem Personal, das auf die Baustelle geschickt wird.

Ein ebenfalls wichtiger Aspekt ist natürlich, wer einem als Bauleiter zugeteilt wird. Da habe ich nun von verschiedenen IBG'lern unterschiedliche Feedbacks erhalten. Die Einen waren sehr zufrieden, die Anderen absolut unzufrieden weil sie den Bauleiter in 5 Monaten Bauzeit 2x gesehen haben. So soll es natürlich nicht sein. Wir hatten so gesehen Glück mit unserem Bauleiter, Herrn Wolf, der während der Bauphase eigentlich immer gut erreichbar war und sich bei Problemen gekümmert hat. Nur in der letzten Etappe der Bauzeit, sowie nach Hausübergabe, als es um die Mängelbeseitigung ging, war es nahezu unmöglich, ihn ans Telefon zu bekommen.

Hier fällt mir dann auch direkt ein Negativaspekt zu IBG ein: Die hausinterne Informationsstärke liegt absolut im Keller. Mehrfach hat sich gezeigt, dass einzig und allein unser Bauleiter Bescheid wusste, was ansteht, was schon erledigt wurde, mit wem welche Absprachen gemacht wurden usw. - und als Herr Wolf dann eines Tages erkrankte und somit zunächst arbeitsunfähig war, hat uns 1. keiner mal Bescheid gegeben (wir haben ständig versucht ihn wegen einer dringenden Angelegenheit zu erreichen, das Telefon klingelte und NIEMAND nahm ab) und 2. wurde uns dann auf Nachfrage bei IBG ("Nanu, Sie wissen gar nicht, dass der einen Unfall hatte?" - "Nein! Woher denn?!") gesagt, man könne uns keine Auskunft geben, weil nur Herr Wolf Rücksprache mit dieser oder jener Firma gehalten hätte. Das ist nur ein Beispielfall, haben wir aber mehrfach erlebt. Was ist, wenn der Bauleiter morgen tot umfällt? Wieso richtet man für Mailanfragen kein Account ein, auf das mehrere Personen Zugriff haben, falls mal einer ausfällt, damit nicht alle Mails im Nirvana landen und unbeantwortet bleiben? Eine Handyweiterschaltung ist auch nicht möglich? Auch keine Zuteilung eines Vertretungsbauleiters? Während des Urlaubs von Herrn Wolf hat das doch auch geklappt, da sind wir sogar postalisch informiert worden.

Zurück zur Bauzeit: Wie schon gesagt ist alles recht zügig voran gegangen, Mängel wurden größtenteils recht schnell beseitigt (einige davon hätten wir ohne unseren unabhängigen Baubegleiter gar nicht als solche erkannt). Nur die Beseitigung der Mängel nach Hausübergabe hat sich fast 3 Monate hingezogen, da der Austausch einer verkratzten Scheibe offenbar nicht als so eilig eingestuft wurde. Unsererseits hätten wir uns aber gefreut, das Thema Hausbau und ständig Handwerker im Haus zu haben, gern schnellstmöglich abgehakt.

Zur Preisgestaltung konnten wir oft echt nur noch den Kopf schütteln. Es ist natürlich klar, dass man mit dem angebotenen Hauspreis nicht hin kommt, man möchte hier und dort was ändern, sodass sich diverse Änderungen zum ursprünglichen Bauvertrag ergeben. Dafür ist es ratsam, schon vorher ein nicht zu geringes finanzielles Polster vorzusehen. In Standard enthaltene Fliesen (13 Euro pro Quadratmeter) sind dann nicht gerade die Schönsten, eine Wanne über Eck, ein 2. Waschbecken, das läppert sich natürlich. Absolut unverständlich fanden wir das Angebot, das wir seitens IBG für unseren Dachüberstand aus Kunststoff anstatt standardmäßig Holz erhielten. Das 1. Angebot für unsere Haushälfte lag bei 1500 Euro Aufpreis. Nachdem wir mehrere Quellen nennen konnten, auch IBG-Bauherren, wo das komischerweise billiger ging, ließ sich auf einmal auch für uns ein anderer Preis machen, der nur noch etwas mehr als 1/3 betrug. Da haben wir uns wirklich für blöd verkauft gefühlt, werte IBG.

Insgesamt ist unsere Bewertung zum Hausbau mit IBG etwa einer Schulnote von 2- entsprechend, da ein paar Dinge hätten besser laufen können (insbesondere in der Vor-Bau-Phase), aber auch vieles schlechter hätte laufen können. Eine generelle Empfehlung wagen wir aber trotzdem nicht auszusprechen, da wie gesagt deutschlandweit man Pech oder Glück mit den beauftragten Firmen haben kann (natürlich nicht nur bei IBG, sondern bei allen Baufirmen). Die beste Informationsquelle hierzu sind wohl die Bautagebücher von Bauherren in der Nähe des eigenen geplanten Baus, da dann wohl die gleichen Firmen zum Einsatz kommen würden. Wir können nur das Fazit der bei uns tätig gewesenen Firmen als Beratung anbieten.

Wir hoffen, mit diesem kleinen Fazit, aber hauptsächlich mit dem gesamten Bautagebuch, einen Eindruck vermittelt zu haben wie es sein kann wenn man mit IBG Haus baut. Ein endgültiges Urteil mag sich jeder selbst bilden aus unseren Einträgen.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt - wer aber doch wagt, kann auch Pech haben. In diesem Sinne - wir wünschen Euch viel Glück!