Natürlich
gehen die meisten Bauherren völlig ahnungslos an das Thema Hausbau. Woher
soll man auch Ahnung haben von diversen Richtlinien und Fachbegriffen? Jede
Menge wertvolle Tipps findet man bei Inschi,
wir möchten hier jedoch selber noch ein paar Dinge aufführen die vielleicht
interessant sein könnten für Bauwillige (nicht nur in Bezug auf Bau
mit IBG, auch allgemein):
Auf
jeden Fall:
- einen unabhängigen
Baugutachter engagieren. Kostet vielleicht auf den ersten Blick etwas
mehr, jedoch kann man als Laie niemals alles mitkriegen, beachten oder verstehen
was da vielleicht am Haus rumgemurkst wird. Unser Baugutachter hat uns fast
400 Euro eingebracht da er durch Nachberechnung der von IBG genannten Quadratmeter
feststellte, dass es faktisch weniger Quadratmeter geworden sind als auf dem
Papier!
- ca. 10.000
Euro mehr einplanen als ursprünglich als Bausumme genannt wird.
Mit dem angebotenen Standard wird wahrscheinlich niemand auskommen. Das fängt
schon damit an dass die Bodenplatte zu 99% nicht so perfekt ist, dass sie
über den bei IBG enthaltenen Standardpreis bezahlbar sein könnte.
Kein Boden kann die Norm der Vorgabe so perfekt einhalten... Auch bei den
Fliesen möchte man wahrscheinlich nicht die nächsten Jahrzehnte
gegen ein hässliches Muster schauen müssen, nur weil man einmal
nicht etwas mehr ausgeben wollte/konnte
- eine Bauzeitgarantie
vereinbaren. Zwar war unser Haus innerhalb von 6 Monaten fertig, aber es kann
auf jeden Fall nicht schaden. Wir wurden gar nicht darauf hingewiesen, dass
es sowas gibt, und selber sind wir nicht drauf gekommen. Fragt mal Inschi...
- selber ein Bautagebuch
führen, damit man den Überblick behält, wann was gewesen
ist. Das kann handschriftlich passieren, am besten natürlich online damit
jeder Bauwillige und ggf. auch IBG sehen kann, wie zufrieden man ist.
- ein Kostenbuch
führen. Ich habe mir eine Excel-Tabelle angelegt, um nicht den
Überblick über noch ausstehende und laufende Kosten zu verlieren.
So weiß ich genau, was z.B. die finanzierende Bank wann überwiesen
hat und wieviel noch übrig ist vom Kredit.
- sich so früh
wie möglich um (Bau)Strom/Wasser/Gas kümmern. Was
man am Anfang erledigt wird einem später nicht zu viel wenn man z.B.
mit Eigenleistungen im Baustress steckt. Vielleicht kann man dann noch keinen
Termin machen, da ja möglichst alles gleichzeitig gelegt werden soll,
aber die Anträge kann man sich schon besorgen und einreichen und ggf.
die entstehenden Kosten zahlen.
- viele Fotos
machen - später wenn alles verkleidet ist bzw. der Estrich drin
ist, kann man nicht mehr sehen wo irgendwelche Leitungen legen und wie welches
Gewerk ausgeführt wurde.
- Sonderaktionen
im Baumarkt mitnehmen, da kann man einiges sparen. Außerdem
haben wir uns eine BAHR-Card zugelegt und durch unsere diversen Einkäufe
(Farben, Parkett, Badeinrichtung...) einige Einkaufsgutscheine erhalten, die
man gut gebrauchen kann. Dann ist es mir auch egal ob die registrieren, was
ich kaufe.
- für den
Ausbau des Dachbodens im Besonderen, aber auch allgemein: ein guter
Akkuschrauber ist die halbe Miete! Wir hatten bisher keinen (weil
wir keinen brauchten), haben uns dann einen 12V Metabo Schrauber geholt der
kläglich versagt hat, und schließlich einen von BOSCH geholt mit
18V. Tolles Ding und hat uns den Ausbau des Dachbodens sehr erleichtert.
- ein
zweites Waschbecken im Badezimmer einplanen. So kommt man sich nicht
in die Quere :-)
- die Duschwanne
nicht auf den Estrich stellen lassen, sondern schon auf die Filigrandecke,
sodass der Estrich drumherum kommt. So hat man später einen bequemeren
Einstieg und kein Wassertretbecken. Kostet nichts extra.
- dran denken:
als Bauherr ist man gesetzlich verpflichtet, seine privaten Bauhelfer bei
der Berufsgenossenschaft Bau anzumelden und somit unfallzuversichern!
Hat uns leider niemand gesagt, erst 3 Monate nachdem wir schon eingezogen
waren kam ein Fragebogen, wer wieviel bei was geholfen hat. Demnach ist man
verpflichtet, während der Bauphase ein genaues Protokoll zu führen,
spätere Schätzungen sind eigentlich nicht zulässig. Ein Link
hierzu: http://www.bgbau.de/d/pages/mitglieder/bauherr/pflichten/index.html
Auf
gar keinen Fall:
- versuchen, wenn
man es noch nie gemacht hat (und dementsprechend keine Ahnung wie es geht),
die Spachtelarbeiten im Trockenbau selbst zu übernehmen!
Vielleicht findet sich in der Familie oder im Bekanntenkreis jemand der das
kann oder Ihr versucht es bei myhammer.de. Vielleicht lässt sich auch
mit dem Trockenbauer selbst ein Arrangement finden
- zu früh
Laminat/Parkett verlegen und eventuell sofort noch die Fußleisten
anbauen - man wundert sich, wie lange der Estrich noch feucht ist und dann
gibts unschöne Beulen im Boden. Besonders an den Türen merkt man
das dann wenn die über den Boden scheuern und man muss den Boden dort
dann wieder aufnehmen und für mehr Abstand zur Wand sorgen (Dehnungsfuge)
- ohne
kompetente Anleitung versuchen, Auffahrt und Wege ums Haus zu pflastern.
- Bewegungsmelder
im Haus einbauen lassen. Wir haben das im Flur unten und oben gemacht,
sowie im HWR, weil uns gesagt wurde das sei so wahnsinnig praktisch. Im Flur
oben bekommt man jeden Morgen einen Schock wenn man zum Bad schlurft im Halbschlaf
und das Licht geht direkt an...
- noch während
des Umzugs anfangen, weitere Kisten einzupacken :-)
- Glaswolle
im Dachboden im Sommer verarbeiten, war das eine Sch...-Arbeit...